MDR Hörfunk: Die Upcycling WG

Friederike Schicht came visiting at the end of November. She was with us for around half an hour and talked a bit to Matthias and Laurina. This talk resulted in the following radio report:

Report

German script

Anmod.: Das Wohnprojekt "Kanthaus" in Wurzen zieht junge Menschen aus ganz Europa an. Sie leben davon, was andere wegschmeißen. Friederike Schicht dazu:

Es geht herzlich zu im Kanthaus. Man drückt sich sich, scherzt miteinander - auf Deutsch, Englisch, wie es gerade passt. Die Idee, alles miteinander zu teilen: Essen, Kleidung, Möbel, die verbindet, sagt Matthias, 29 Jahre alt, Pferdeschwanz, Brille, Dreitagebart:

O-Ton: Wir versuchen uns von Lebensmitteln zu ernähren, die andere Leute verschwenden würden. Das heißt wir gehen auf Supermärkte zu, sagen denen, was wir vorhaben und versuchen Kooperationen aufzubauen, dass man die Lebensmittel bei denen rettet, die sonst weggeschmissen werden würden. Gleichzeitig haben wir mit den Nachbarn darüber gesprochen und neulich kam eine vorbei und hat uns Essen geschenkt, weil sie zu viel übrig hatte.

Zwei Häuser bewohnt die Gemeinschaft seit Sommer 2017. Sie finanzieren sich über private Spenden und jeder tut, was er kann. Gerade werkeln vier Bewohner an der Heizung. Die Rohre werden selbst gelötet, das spart Geld. Hilfe kommt auch von den Nachbarn. Sven wohnt eine Straße weiter und mäht schon mal den Rasen oder vermittelt Handwerker.

O-Ton: Das bleibt natürlich das Objekt von den Leuten, ich fühle mich da etwas zu alt dafür - ich finde die Idee interessant, ich finde es toll, aber ich möchte da nicht so inbegriffen mitagieren, das überlasse ich den jungen Leuten, aber wenn Unterstützung gebraucht wird, bin ich natürlich jederzeit da.

Im Projekt leben fast ausschließlich Studenten. Sie kommen aus Berlin, Hamburg, sogar Schottland. Sie das sind die vier Mitglieder plus Freiwillige und Besucher. Es gibt eine klare Hierarchie und Regeln, sagt Laurina, kurze rotbraune Haare, wache Augen.

O-Ton: Gerade aus Erfahrung haben wir ein System mit Hierarchie, dass Menschen, die an dem Ort länger Zeit verbringen, sich mit einbringen.

Wurzen ist nicht eine Zwischenstation, sondern jetzt ihr Zuhause. Die Gruppe plant einen Umsonst-Laden in der Stadt zu eröffnen. Dort soll es Essen, Möbel, Kleidung geben, natürlich kostenlos.

Our feedback

Before going live with this report we gave additional feedback, which unfortunately was not considered anymore.

"Instead of saying that our project consist mostly of students it'd be closer to the truth to say that many of us attended university. I (Laurina) am actually the only student in the house and there are also many who learned a skill or who don't have any official certificate."

"Instead of saying that we have strict hierarchy and rules it would be cooler if you could put more emphasis on the big network of sharing we stem from and which populates the houses now. We are not all about hierarchy and we want to keep things fluid. It would be great if you wouldn't make it sound as if 4 people were the bosses here, you know?"

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