Foto 2 von Thomas Kube.


Seit Sommer 2017 gibt es das Projekthaus und Wohnprojekt Kanthaus in den Häusern in der Kantstraße 20 und 22 in Wurzen. Den bewussten und effektiven Umgang mit Ressourcen haben wir uns auf die Fahne geschrieben und Foodsharing ist das Thema, das uns alle zusammengebracht hat. Die Gesichter, die dir im Kanthaus begegnen, sind immer mal andere, denn wir sind Teil eines großen Netzwerkes von ökologisch und sozial eingestellten Menschen aus ganz Deutschland und darüber hinaus. Normalerweise halten sich um die zehn Menschen im Kanthaus auf; bei Veranstaltungen auch mal deutlich mehr, selten weniger.

Wir fördern den Austausch und die echte Begegnung zwischen den Menschen. Wir wollen eine Kultur des Teilens, des Reparierens, des Wiederverwendens und Wertschätzens etablieren. Einerseits um die Umwelt zu schonen, andererseits um die Menschen zusammen zu bringen.

Wenn Menschen nicht mehr alles selbst kaufen, sondern mal wieder mit den Nachbarn teilen, vereinsamen sie nicht so schnell und sparen noch dazu. Es gibt doch hierzulande von allem Materiellen zuviel: Essen, Möbel, Bücher, Kleidung, Objekte aller Art. Bloß vom Immateriellen gibt es zuwenig: Zeit, Zufriedenheit, Kontakt.

Wir wollen uns wieder die Zeit nehmen, um Kontakt herzustellen. Wir wollen all das, wovon es zuviel gibt, zugänglich machen. Wir wollen der Verschwendung entgegenwirken und die Wertschätzung von Ressourcen und Menschen fördern, anstatt alles in Geld aufzurechnen.

Unsere Hauptanliegen sind es:

Praktisch heißt das entsprechende Angebote zu schaffen. Dies beinhaltet den Aufbau einer funktionierenden lokalen Foodsharing-Infrastruktur inklusive regelmäßiger Treffen der Aktiven. Von Anfang an hatten wir einen regelmäßig stattfindenden Reparier- und Techniktreff, seit August 2018 einen wöchentlich geöffneten Fair-Teiler für Lebensmittel und seit Mai 2019 veranstalten wir jede Woche den 'Offenen Dienstag', der alle drei genannten Angebote in einer zweistündigen Öffnungszeit vereint. Wir sind froh, dass mehr und mehr Menschen dafür vorbeikommen, und dass wir somit eine verantwortungsvolle, aktive Rolle in Wurzen und der weiteren Welt übernehmen.

Außerdem geben wir Menschen Raum, um ihre eigenen nachhaltigen Projekte zu verwirklichen. Oft kommen Gruppen ins Kanthaus, um Veranstaltungen zu planen, Aktionen vorzubereiten oder ihren Aktivismus zu reflektieren. Wir wollen aktiven, unabhängigen Menschen ermöglichen ihrem Ideal und ihrer Leidenschaft zu folgen, die Welt ein wenig besser zu machen und uns gegenseitig dabei unterstützen genau das zu tun.

Es gibt genügend Ressourcen, sie müssen nur besser verteilt werden.
Weniger Verschwendung. Mehr Teilen.


Eine Video-Erklärung, was das Kanthaus eigentlich ist, gibt es auch:
Hier hat Laurina für euch ihre Perspektive in knapp 8 Minuten aufgenommen. Viel Spaß! :)