Man sagt, der Kompost ist das Herzstück des Gartens. Das trifft auf unseren Kompost physikalisch auf jeden Fall nicht zu. Abgelegen in einer schattigen Ecke hinter dem wilden Holunder und allerlei schützendem Gestrüpp für Vögel und Gartennützlinge wächst unser Kompost heran.

All die geretteten Lebensmittel sind natürlich nicht immer zu 100% nutzbar und so landet von dem Apfelrest bis zur Zwiebelschale alles rohe und nicht zubereitete Essen auf dem Kompost. Das spart die Bio-Tonne und die Gartenfreunde unter uns träumen schon von tollem Humus für die Beete.

Man könnte meinen, einen guten, funktionierenden Kompost zu installieren und aufrecht zu erhalten, ist kein Zauberwerk. Irgendwie ist es das aber schon. Das mussten wir auf die harte Tour lernen. Denn bei einem Kompost kann doch so einiges schief laufen. Bei uns war es die Fäulnis.

Dazu vielleicht ein paar Infos über den Kompost allgemein: Beim Kompostieren helfen unzählige Kleinstlebewesen wie Würmer, Pilze und Bakterien bei der Zersetzung von organischem Material zu Erde. Dabei werden verschieden Stadien erreicht, die sich durch bestimmte Lebewesen und Temperaturen auszeichnen. In einem Kompost kann es durchaus bis zu 70°C heiß werden! Ganz wichtig für die Lebewesen ist neben dem organischen Material auch der Sauerstoff - ein Kompost sollte gut belüftet sein.

Unser Kompost wurde aus alten Brettern mit Luftschlitzen zusammengenagelt. Dass die Schlitze zu schmal sind, mussten wir kürzlich feststellen (aber dazu später). Hilfreich ist auch auflockerndes, grobes Material wie Stroh, zerhäckseltes Holz, trockenes Laub, alte Gemüsestauden. Eine gute Schichtung von verschiedenen Materialien ist nicht nur für die Belüftung gut sondern resultiert auch in einer ausgewogenen, nährstoffreichen Erde. Stroh und Sägespäne beispielweise besitzen einen hohen Kohlenstoffgehalt, Grasschnitt dagegen enthält viel Stickstoff. Auch der Wassergehalt ist wichtig. Oft ist es sinnvoll, den Kompost abzudecken um ihn vor Übernässung zu schützen. Austrocknen sollte er aber auch nicht, da der Verrottungsprozess sonst lahmgelegt wird.

Unser Kompost, in einer schattigen Ecke gelegen, war bis vor Kurzem nicht abgedeckt und wir waren leider sehr nachlässig mit der Schichtung verschiedener Materialien. Durch die zu schmalen Luftschlitze konnte auch nicht genug Luft an die Abfälle, sodass aus der Rotte Fäulnis wurde. Lebensmittelabfälle wurden meist nur aufeinander gekippt. Alldas endete in einem faulenden Kompost. Ein guter Kompost sollte nicht stinken, sondern eher nach feuchter Walderde riechen. Naja, unserer hat schon etwas gestunken. Fäulnis rottet auch nur sehr langsam weiter, da der Sauerstoffmangel die Kompostierung verhindert.

Darum haben wir einen neuen Kompost daneben gebaut, der mit vielen Luftlöchern ausgestattet ist und zudem nicht ganz so hoch. Dann kam der eklige Teil der Arbeit - der alte Kompost musste komplett umgesetzt werden auf den Neuen, welcher schon mit einer guten, luftdurchlässigen Bodenschicht aus Ästen und trockenen Gemüsestauden ausgestattet war. Aber das stinkende, schleimige Material zu schaufeln, war doch sehr anstrengend.

Mittlerweile haben wir für beide Komposthaufen kleine Schrägdächer gebaut, damit kein Regen hineinkommt. Es wird auch immer darauf geachtet, zwischendurch alte Äste klein zu schneiden und auf den Kompost zu schichten. Auch Pappe eignet sich sehr gut, solange keine Plastikreste daran kleben.

Wir versuchen auch, auf unseren Kompost wenig Zitrusschalen oder Bananenschalen zu werfen. Da jetzt sehr viele Zitrusfrüchte gegessen werden, wäre der Kompost damit wohl sehr überfordert. Anscheinend mögen die Kompostlebewesen diese Schalen nicht und sie verrotten auch wesentlich langsamer. Auch zubereitete Lebensmittel, die schlecht geworden sind und Brot kommt nicht auf den Kompost - das könnte Ratten anlocken. Das kommt bei uns dann in die Biotonne.

Jetzt werden wir unseren umgesetzten Kompost erst einmal ruhen lassen und können zur nächsten Gartensaison vielleicht schon tollen, lockeren Humus ernten!

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