Ach wie herrlich ist die Winterzeit!

Sogar im Kanthaus gibt es vier Kerzen, von denen mittlerweile drei angezündet werden und in deren flackerndem Licht konsumkritische Weihnachtslieder gesungen werden. Es hängt ein Adventskalender an der Wand, dessen Säckchen liebevoll von immer anderen Menschen befüllt werden. Ob mit selbstgschriebenen Gedichten, containerten Schätzen, Wintermärchen, Komplimenten oder praktischen Küchenutensilien, jedes Mal gibt es eine andere Überraschung.

Alle paar Tage weht Plätzchenduft durchs Treppenhaus und lockt die Kanthausianer*innen ins kuschelige Esszimmer. Und dann sitzen alle um den großen Eichentisch, schlürfen Tee, knacken säckeweise Walnüsse und knuspern genüsslich die weihnachtlichen Leckereien. Bis die Keksdosen leer sind und Nachschub produziert werden muss. So war‘s gestern der Fall….


Weihnachtskekse im Werden

Während ich innerlich gegen mich selbst Schnick-Schnack-Schnuck spiele um zu entscheiden, was für Plätzchen als nächstes an der Reihe sind, vernichtet Doug die letzten von Findus‘ Nussecken und lässt mir grinsend die leere Blechbüchse stehen. Das werte ich als den Startschuss und fange direkt an Kichererbsen abzutropfen und das aufgefangene Wasser zu schlagen.

Moment. Kichererbsen?!
Eigentlich sollte es doch hier um die süße Weihnachtsbäckerei gehen!
Ganz genau!

Ich habe mich nämlich für vegane Zimtsterne entschieden. Grundlegend dafür ist Aquafaba, das Kichererbsenwasser. Aufgeschlagen und gezuckert nutzt mensch es als Eischneeersatz, zum Lockern von Gebäck, pur und süß als Marshmallowcreme und zur Herstellung von veganem Baiser.

Und was soll ich sagen? Nach zwei Stunden hantieren mit allerlei Klebekram sind die Zimtsterne und ich mit zäh-süßer Creme beschmiert und fertig. Vor allem aber bin ich begeistert und halte allen, die in die Küche kommen den Rührbecher mit Aquafaba unter die Nase. Wunderbare Resteverwertung. Ich werde wohl nie wieder Kichererbsen verkochen können, ohne einen Plan für das schlierige, dickflüssige Wasser zu haben.


Aquafaba mit Backpulver und Puderzucker, mehr ist das nicht...

Zutaten, für ca. 5 Bleche

  • 120 ml Kichererbsen-Wasser
  • 0,50 TL Backpulver
  • 250 g Puderzucker
  • 1 Pk. Vanillezucker
  • 1 TL Zimt, gehäuft
  • 800 g Mandeln, gemahlen
  1. Für den „falschen Eischnee“ das Kichererbsenwasser in eine Schüssel geben und das Backpulver hinzufügen. Mit dem Handmixer auf höchster Stufe für 2 – 3 Minuten schlagen, bis sich deutliche Spuren in der Masse abzeichnen, die nicht mehr verlaufen.
  2. Nun den Puderzucker portionsweise dazugeben und untermixen. Die Mischung auf höchster Stufe mixen, bis eine zähe, glänzende Masse entstanden ist. Davon nun 4 gut gehäufte Esslöffel zum Bestreichen der Zimtsterne abfüllen.
  3. In den großen Teil der Masse den Vanillinzucker und Zimt unterheben. Anschließend so viel von den gemahlenen Mandeln unterheben bzw. einkneten, bis ein homogener Teig entstanden ist, der sich von allein vom Schüsselrand löst.
  4. Den Teig zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie ca. 0,5 – 1 cm dick ausrollen und Sterne ausstechen.
  5. Den Ofen auf 130 °C vorheizen. Die Zimtsterne nun mit dem Guss bestreichen. Da dieser sehr zähflüssig ist, geht das mit einem Teelöffel am besten. Braucht halt ein bisschen Geduld ;)
  6. Im vorgeheizten Ofen etwa 20 Minuten backen. Beim Herausnehmen müssen die Sterne noch etwas weich sein.

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